


DETAILS
Mitarbeit: Markus Klaura, Nikolas Keuschnig
Auftraggeber: Privat
Auftragsumfang: Architekturplanung
Entwurf 2025
Status: in Bearbeitung
Früher waren Bergbauernhöfe kleine bauliche Ensembles an ausgewählten Orten in der Landschaft. Gebäude, Gelände und Pflanzen bildeten am Hof kleinteiligere Außenräume im Kontext der umgebenden Kulturlandschaft.
In diesem Fall hat sich die Kulturlandschaft durch Beweidung erhalten, großflächige durchwegte helle Wiesen mit wegbegleitenden Obstbäumen, gerahmt durch dunkle Wälder und freiem Blick in die übergeordnete Landschaft sind die Zutaten einer besonderen Lage.
Die alten gebauten Zeitzeugen einer vergangenen traditionellen Bewirtschaftung verloren ihre Bezüge und verfielen Zusehens in nutzlosen Leerstand. Geblieben ist das Umfeld als Alm, Forstwirtschaft und Jagd.
RURAL | ELEGANT | BEHAGLICH
Ein Neubau soll am eingesessenen Standort entstehen, einen Bezug zur traditionellen bäuerlichen Einfachheit herstellen und künftig eine zeitgemäße rurale Eleganz, Ruhe und Behaglichkeit ausstrahlen.
Ein schlichter Baukörper nimmt sich in der Landschaft zurück und bietet durch seine innere Gliederung differenzierte Innenräume und dem Standort entsprechend geschützte Freiflächen auf. Zweigeschossig in den Hang gesetzt, ergeben sich auf beiden Ebenen direkte Kontakte zum Terrain. Alle vom Menschen benötigten Räume sind geordnet in einer Hülle untergebracht.
Im Gegensatz zum begründet gegliederten Hof der Vergangenheit zielt das Konzept hier auf Zurückhaltung und Kompaktheit im landschaftlichen Kontext. Der im Landschaftsraum zu Gast wirkende Baukörper nimmt eher die Haltung eines bewohnbaren Ansitzes ein, was nicht nur jagdlich zu verstehen ist, denn es spiegelt die subtilen Bezüge von Einsicht und Aussicht wider.
Im oberen Geschoss gibt es – analog zu historischen Bauten – einen beheizten Zentralraum, um den sich dienende Zonen etablieren. Kompakt und übersichtlich bietet der zentrale Raum Rückendeckung und Sichtschutz zum höherliegenden Umfeld und öffnet sich großzügig zur talseitigen Aussicht. Eine vorgesetzte Lattenfassade reguliert gleichzeitig Ein- und Ausblicke sowie die jahreszeitliche Sonneneinstrahlung und bildet östlich und westlich geschützte Freiflächen mit hoher Aufenthaltsqualität.
Im Untergeschoss sind 2 zusätzliche Schlafräume und die Räume für den Berufsjäger, sowie die notwendigen technischen Einrichtungen untergebracht. Ein Lagerraum, in dem auch ein Fahrzeug abgestellt werden kann, lässt im Idealfall den zivilisatorischen Beirat weitestgehend verborgen.
Das obere “Hauptgeschoss“ funktioniert auch eigenständig. Das Untergeschoss kann eingebunden werden, es kann auch als 2. Einheit, getrennt vom Hauptgeschoss verwendet werden, wodurch unterschiedliche Nutzungsszenarien ermöglicht werden.